2019: Das Jahr der Transparenz

(Übersetzt aus dem französischen)

von Frédéric de Gombert, CEO bei Akeneo

Zu Beginn eines neuen Jahres ist es üblich, die traditionelle Prognose über die Trends abzugeben, die in den nächsten zwölf Monaten zum Wachstum unserer Branche beitragen werden. Es handelt sich immer um eine riskante Aufgabe, gerade in Zeiten großer Unsicherheit und Veränderung werden die oft sachliche Prognosen in esoterische Vorhersagen verwandelt.

Man muss schon sagen, 2018 war ein ereignisreiches Jahr für das Ökosystem von Handel und E-Commerce. Riesen wie Toys’R’Us oder Sears brachen zusammen, während andere wie Dollar General oder Warby Parker aufblühen. Amazon wächst unterdessen weiter, tut dies jetzt durch die Zuhilfenahme traditioneller Verkaufsmodelle – den physischen Stores vor Ort. Die fortschreitende Technisierung der künstlichen Intelligenz und Machine Learning ist faszinierend und manchmal auch beunruhigend, da sich die Sprachassistenten allmählich in unseren Häuser verbreiten und zunehmend Teil unseres Lebens werden. Darüber hinaus geschieht dies alles in einem geopolitischen Umfeld, das vielleicht noch nie so instabil und angespannt war.

In diesem Kontext ist es schwierig vorherzusagen, was das Jahr 2019 bringen wird, erhalten wir doch so viele widersprüchliche Signale. Retail-Apokalypse oder nützliche und nötige Verwandlung dieser Branche? Das steht noch in den Sternen. Anstatt jetzt mein Nostradamus-Kostüm anzuziehen, möchte ich mir zu Beginn diesen Jahres lieber die Zeit nehmen, um über unsere Rolle als Technologieunternehmen in Zeiten des Umbruchs zu reflektieren.

Technologie als Rettung?

Obwohl wir seit langem wissen, dass selbst die beste Spitzhacke nie die Garantie dafür ist, auch tatsächlich Gold zu finden, vertrauen wir immer stärker der Technologie als Wunderlösung, besonders in Zeiten, in denen Marken und Händler aufgefordert werden, schnell zu handeln und Innovationen vorzunehmen. Kein Jahr vergeht ohne einen neuen Trend oder eine neue Technologie, die dazu bestimmt ist, das Kundenerlebnis zu revolutionieren und die wachsende Liste der falschen Versprechen oder schlecht umgesetzten Konzepte zu vergrößern (erinnern Sie sich an Chatbots?). Formulierungen wie “Fertig-zum-Gebrauch” oder “Schnell-Innovation” entlarven sich schnell als Köder, leere Versprechen, aber nie als Lösungen. Die Technologie selbst hat noch nie Innovationen hervorgebracht. Ein CRM wird keine Kunden finden, eine E-Commerce-Seite wird keine Produkte selbst verkaufen, und ein PIM wird Ihre Produktdaten nicht für Sie verwalten. Es braucht Zeit, Investitionen, sowohl menschliche als auch finanzielle, und eine Strategie, um sich selbst neu zu erfinden. Die Technologie spielt eine entscheidende Rolle und kann zu einem großen Katalysator für diese Veränderung werden, aber es ist absolut notwendig, die Art und Weise, wie sie aufgebaut und weitergegeben wird, zu überdenken.

Hypertransparenz ist die wirkliche Lösung

Mehr denn je brauchen wir heute die Grundwerte der Offenheit und der Zusammenarbeit aus Open Source-Angeboten, um den Herausforderungen von Morgen gerecht zu werden. Die größte Bedrohung für die Welt des Einzelhandels und des E-Commerce ist heute nicht Amazon, sondern sind Black Boxes und technologischer Obskurantismus. Diese Zeit muss zu Ende gehen.

 

Um diese Zeit der Unsicherheit zu überwinden, müssen wir in das Zeitalter der Hypertransparenz und des gemeinschaftlichen Experiments eintreten. Benjamin Franklin hat es verstanden, schon in der Kolonialzeit. Er weigerte sich, eine seiner (vielen) Erfindungen zu patentieren und glaubte, dass sie von seinen Kollegen und zukünftigen Erfindern verbessert werden könnten und sollten. Innovationen müssen gemeinsam vorangetrieben werden, was bedeutet, dass wir unser Wissen, unsere Erfolge und Misserfolge teilen und uns gegenseitig fördern müssen, damit jeder wachsen und experimentieren kann.

Diese notwendige Revolution in der Art und Weise, wie wir die Technologie entwerfen und nutzen, hat bereits begonnen. Dies wurde durch die jüngsten Übernahmen von Open-Source-Playern, einschließlich Github, die von Microsoft übernommen wurden, Magento, die von Adobe gekauft wurden, und Mulesoft, die von Salesforce.com gekauft wurden, bestätigt. Sie können sich darauf verlassen, dass wir 2019 stolz die Flamme in der Hand halten werden.

Ein frohes neues Jahr für alle!

Sie können mir auf Twitter und LinkedIn folgen.

Lesen Sie auch...

Why Product Experience Management (PXM) Matters

The eCommerce space is changing. Customers demand a compelling and consistent brand experience wherever they shop. Product experience management allows brands and retailers to offer buyers these superior experiences, leading to increased conversions, reduced returns, improved customer satisfaction, and stronger brand loyalty. Brands and retailers must deliver a compelling story across all digital touchpoints during…

Weiterlesen